KAGEDEV — Kamerunische Gemeinschaft in Deutschland e.V.
Im Einsatz vor Ort
Im Einsatz vor Ort

Badikho — Back Dignement au Khô

Freie, informierte und begleitete Entscheidung für Kamerunerinnen und Kameruner in Rückkehrfragen

Deutschland & Kamerun · Pilotphase 24 Monate · Phase 1 (9 Monate) in Umsetzung

Badikho begleitet Kamerunerinnen und Kameruner der Diaspora in einer migrationsrechtlich unsicheren oder verletzlichen Lage dabei, eine freie und informierte Entscheidung zu treffen: legal bleiben, sich vorübergehend stabilisieren oder freiwillig nach Kamerun zurückkehren — mit echter Reintegrationsbegleitung vor Ort. Ein unabhängiges Ethikgremium und ein externer Datenschutzbeauftragter sichern die Neutralität der Entscheidung ab.

Ein Teil der kamerunischen Diaspora in Deutschland befindet sich in einer migrationsrechtlich unsicheren oder verletzlichen Lage, ohne neutralen Zugang zu Information über die eigenen Optionen. Bestehende Programme (OFII, REAG/GARP, OIM AVRR) sind solide, erreichen diese Zielgruppe aber oft mit begrenztem Vertrauen — und die Nachbegleitung der Reintegration in Kamerun bleibt häufig kurz und wenig verankert.

Badikho orientiert zu bestehenden legalen Wegen, wo diese möglich sind, und begleitet ausschließlich die Reintegration nach einer freien Entscheidung — es ersetzt nicht die Rückkehrlogistik der etablierten Programme. Die Trägerorganisation trägt Programm und Finanzverantwortung; ein mehrheitlich externes Ethikgremium hat Vetorecht bei jedem Fall, in dem die Freiwilligkeit der Entscheidung nicht eindeutig belegt ist.

Die Phase 1 (9 Monate, 85.000 €) finanziert bewusst keine große Zahl an Rückkehrfällen. Sie baut zunächst Governance, Datenschutz und Vertrauen auf und begleitet acht vollständige Fälle als Wirksamkeitsnachweis — Grundlage für die Entscheidung über Phase 2.

Aktueller Projektstand

Phase 1 — Governance, Diagnose und erste acht Fälle (Monat 1–9 von 24)

Badikho befindet sich in Phase 1 seines 24-monatigen Pilotprogramms. Die hier genannten Zahlen sind Planungsziele der Phase 1, keine bereits erzielten Ergebnisse. Phase 2 wird erst nach dem Wirksamkeitsbericht der Phase 1 budgetiert.

Letzte Aktualisierung

August 2026

85.000 €

Budget Phase 1 (9 von 24 Monaten)

Planungswert für die ersten neun Monate. Das Budget der Phase 2 wird erst nach dem Wirksamkeitsbericht der Phase 1 festgelegt — keine Vorabzusage.

Ausgangslage

Warum dieses Projekt?

01

Fehlender neutraler Zugang zu Informationen über legale Optionen, Stabilisierung oder freiwillige Rückkehr.

02

Begrenztes Vertrauen der Zielgruppe in rein institutionelle Anlaufstellen für Rückkehrfragen.

03

Reintegration in Kamerun wird häufig nicht über den ersten Monat hinaus begleitet.

04

Eine trägernahe Struktur muss ihre eigene Neutralität aktiv absichern, statt sie nur zu behaupten.

Wirkungslogik

So entsteht überprüfbare Wirkung

Schritt 1

Neutral informieren

Vertrauliche Erstkontakte und Beratung zu allen drei Optionen — legaler Verbleib, Stabilisierung, freiwillige Rückkehr.

Schritt 2

Unabhängig prüfen

Soziale, rechtliche und psychosoziale Bewertung; Vier-Augen-Prüfung jeder Entscheidung vor Validierung.

Schritt 3

Würdig begleiten

Bei freiwilliger Rückkehr: Vorbereitung, Ankunft und aktivierter Reintegrationsplan mit lokalen Partnern.

Schritt 4

Nachweisbar begleiten

Dokumentierte Nachverfolgung, anonymisierte Kennzahlen für Geldgeber, keine Zielvorgabe für Rückkehrzahlen.

Ziele der Phase 0

Was zuerst erreicht werden muss

  • Unabhängiges Ethikgremium und externen Datenschutzbeauftragten vor jeder Datenerhebung einsetzen.
  • 20 Personen informieren und bewerten, acht Fälle vollständig begleiten.
  • Drei bis fünf lokale Reintegrationspartner in Kamerun vertraglich binden.
  • Wirksamkeitsbericht als Grundlage für die Phase-2-Finanzierung vorlegen.

Zielgruppen

Für wen wir arbeiten

Kamerunerinnen und Kameruner der Diaspora in migrationsrechtlich unsicherer oder verletzlicher Lage

Lokale Reintegrationspartner und Arbeitgeber in Kamerun

Familien und Angehörige der begleiteten Personen

Arbeitsplan

Vier aufeinander aufbauende Schritte

01

Governance & Diagnose

Ethikgremium und DPO einsetzen, Lücke zu bestehenden Programmen dokumentieren.

02

Plattform & Partnerschaften

Isoliertes, DSGVO-geprüftes Datensystem aufsetzen; Partnerschaften in Kamerun formalisieren.

03

Erste Begleitfälle

Acht Fälle mit systematischer Vier-Augen-Prüfung vor jeder Entscheidungsvalidierung begleiten.

04

Wirksamkeitsbericht

Ergebnisse, Vertrauenstest und Governance auswerten; Grundlage für Phase-2-Entscheidung liefern.

Messrahmen

Planungsziele — noch keine Ergebnisse

Der Status macht transparent, ob ein Wert geplant, in Arbeit oder nachgewiesen ist.

Informierte und bewertete Personen

20

Ziel Phase 1

Vollständig begleitete Fälle

8

Ziel Phase 1

Lokale Reintegrationspartner

3–5

Ziel Phase 1

Gemeldete Vertraulichkeitsvorfälle

0

Ziel Phase 1

Governance

Vertrauen durch überprüfbare Regeln

  • Mehrheitlich externes Ethikgremium mit Vetorecht bei jedem Zweifel an der Freiwilligkeit einer Entscheidung
  • Externer Datenschutzbeauftragter, mandatiert vor jeder ersten Datenerhebung
  • Keine Zielvorgabe für Rückkehrzahlen als Finanzierungsbedingung
  • Systematische Vier-Augen-Prüfung jedes Falls vor Validierung

Risikomanagement

Risiken offen benennen

Wahrnehmung als verdecktes Rückführungsinstrument

Unabhängiges Ethikgremium, transparente Kommunikation zu allen drei Optionen, kein Rückkehr-Ziel als KPI.

Vertraulichkeitsverlust in einem gemeinschaftsnahen Kontext

Isoliertes, DSGVO-geprüftes Datensystem; Zugriff strikt nach Rolle; vorheriger Vertrauenstest in der Diaspora.

Fehlender Referenzrahmen der Trägerorganisation für Case Management im Migrationsbereich

Externer Referent für Schutzfragen mit AVRR/OIM-Erfahrung als Startbedingung der Phase 1.

Einseitige wirtschaftliche Reintegration über einen einzigen Arbeitgeberpartner

Diversifizierung der Beschäftigungspartner als ausdrückliche Bedingung der Phase 2.

Nächster Schritt

Die Pilotphase gemeinsam belastbar machen

Gesucht werden Partner für Bedarfsvalidierung, kommunale Pilotvorhaben, Hochschulkooperationen und fachlich begrenzte Expert:innenmissionen.