KAGEDEV — Kamerunische Gemeinschaft in Deutschland e.V.
Plaidoyer

Interkultureller Dialog

2 Plaidoyers zu diesem Thema, mit konkreten, überprüfbaren Forderungen an die zuständigen Institutionen.

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Anti-Schwarzer Rassismus und erlebte Diskriminierung

In Deutschland betrafen 2025 laut Antidiskriminierungsstelle des Bundes 43 Prozent aller 11.405 Beratungsanfragen rassistische Diskriminierung, ein Anstieg der Gesamtanfragen um 169 Prozent seit 2019. Das DeZIM-Institut zeigt in seiner NaDiRa-Studie, dass Schwarze Männer über vier Mal häufiger als weiße Männer von Diskriminierung durch die Polizei berichten, Schwarze Frauen fast siebenmal häufiger als weiße Frauen. Der Afrozensus 2020 hat erstmals Schwarze und afrikanische Menschen in Deutschland breit befragt, darunter auch Menschen mit kamerunischen Wurzeln — eine öffentlich zugängliche Auswertung nach Herkunftsland fehlt jedoch. KAGEDEV fordert, dass die zuständigen Institutionen diese Datenlücke schließen und die bestehende rechtliche Lücke zwischen dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz und Artikel 3 Grundgesetz für hoheitliches Handeln benennen. Die Forderungen richten sich an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, die Beauftragte für Antirassismus, das DeZIM-Institut und EOTO e.V.

Zentrale Forderungen

  • ADS: Herkunftsaufschlüsselung im nächsten Jahresbericht prüfen/ergänzen.
  • DeZIM: methodische Prüfung einer Untergliederung der Kategorie "Schwarz" bei nächster NaDiRa-Welle.
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Koloniales Gedächtnis und Restitution kamerunischer Kulturgüter

Mehr als 40.000 kamerunische Kulturgüter befinden sich, laut der akademischen Studie "Atlas der Abwesenheit" und bestätigt durch den Verein Dekolonial Erinnern, in öffentlichen deutschen Institutionen. Der institutionelle Rahmen hat sich in den letzten zwei Jahren entwickelt: ein regionales Dialogtreffen in Stuttgart im Januar 2024, ein Runder Tisch "Koloniale Aufarbeitung" des Auswärtigen Amts im November 2024, und im März 2026 die Gründung eines Koordinierungsrats für Restitution von Kulturgütern und menschlichen Überresten kolonialer Herkunft. Ein bundesweites verbindliches Gesetz existiert bislang nicht, nur gemeinsame Leitlinien von Bund, Ländern und Kommunen. Nach Angaben von Dekolonial Erinnern bleiben menschliche Überreste bislang ausdrücklich von den laufenden deutsch-kamerunischen Gesprächen ausgeschlossen, obwohl der Koordinierungsrat sie im eigenen Namen führt. KAGEDEV begleitet diesen Prozess konstruktiv und benennt diese Lücke gegenüber dem Auswärtigen Amt, der Kultusministerkonferenz und dem kamerunischen Restitutionskomitee.

Zentrale Forderungen

  • Koordinierungsrat: menschliche Überreste kamerunischer Herkunft ausdrücklich auf die Tagesordnung setzen (nächste Sitzung).
  • Auswärtiges Amt/KMK/Deutscher Museumsbund: institutionell verifizierte Bestandsübersicht kamerunischer Objekte binnen 24 Monaten.