Klima
2 Plaidoyers zu diesem Thema, mit konkreten, überprüfbaren Forderungen an die zuständigen Institutionen.
Wüstenbildung und agropastorale Verwundbarkeit im Extrême-Nord
Im Extrême-Nord Kameruns schrumpfen Wasserflächen und fruchtbare Böden gleichzeitig. Der Tschadsee soll nach Schätzungen rund 90 Prozent seiner Fläche in 30 Jahren verloren haben, eine Zahl, die noch mit der Tschadseebecken-Kommission abgeglichen werden sollte. Rund 12 Millionen Hektar Land gelten als degradiert, und die vergangene Regensaison brachte ein Niederschlagsdefizit von schätzungsweise 10 bis 20 Prozent. Seit 2017 beteiligt sich Kamerun an der Grande Muraille Verte, doch nach 15 Jahren wurde erst rund 4 Prozent des panafrikanischen Ziels erreicht. Bauern, Viehzüchter und Fischerfamilien tragen die Folgen im Alltag. Wir fordern von MINEPDED, MINADER, MINEPIA und dem Gouverneur des Extrême-Nord eine verlässlichere Datengrundlage, konkrete Fortschrittsberichte und eine echte regionale Konsultation, damit bestehende Programme schneller wirken.
Zentrale Forderungen
- MINEPDED/ONACC: öffentliche Fortschrittsbilanz Grande Muraille Verte für Kamerun binnen 18 Monaten, mit Hektar-Zahlen Extrême-Nord.
- MINADER/MINEPIA: gemeinsames Programm angepasster Anbau-/Weidetechniken binnen 24 Monaten, Pilotprojekte in 3 Departements.
Städtische Überschwemmungen und Klimarisiken in Douala
Douala kämpft seit Jahren mit wiederkehrenden Überschwemmungen. Schätzungen zufolge gelten rund 48 Prozent der Stadtfläche als gefährdet. Für den Zeitraum 2019 bis 2024 werden über 311 000 Betroffene, 121 Tote und rund 50 000 Hektar zerstörter Anbaufläche berichtet, Zahlen, die noch mit einer anerkannten Primärquelle bestätigt werden sollten. Die Stadtgemeinschaft CUD baut in einer zweiten Programmphase 47 Kilometer Drainagekanäle, finanziert von der AFD, während ein Weltbank-Projekt mit MINHDU im Umfang von 200 Millionen US-Dollar Straßen und Hauptdrainagen vorsieht. Diese Investitionen sind real, doch eine öffentliche lokale Konsultation der betroffenen Viertel ist bislang nicht dokumentiert. Wir fordern von der CUD, MINHDU und dem Zivilschutz öffentliche Fortschrittsberichte, ein Frühwarnsystem und einen echten Platz für die Bevölkerung in der Planung.
Zentrale Forderungen
- CUD: öffentlicher Fortschrittsbericht Drainage-Phase 2 binnen 18 Monaten, mit AFD-Finanzierungsbetrag.
- MINHDU/Weltbank: öffentliche lokale Konsultation PVGFD in mind. 3 Vierteln binnen 24 Monaten.
