Bildung
2 Plaidoyers zu diesem Thema, mit konkreten, überprüfbaren Forderungen an die zuständigen Institutionen.
Schulausfall in Nordwest und Südwest: Bildung darf keine Kriegsware sein
In Nordwest und Südwest ist Schule für viele Kinder kein verlässlicher Ort mehr. 2024 waren 41 Prozent der Schulen nicht funktionsfähig, über 246 000 Kinder waren im September 2023 betroffen. Allein 2024 zählte UNICEF 43 Angriffe auf Schulen, darunter gezielte Entführungen. Die Regierung hat mit dem PPRD-NOSO seit 2020 einen Wiederaufbauplan mit einem Budget von 2500 Milliarden FCFA. Bis Juli 2024 wurden davon 600 Milliarden mobilisiert und 22 Schulen für rund 7000 Lernende saniert. Das ist ein Anfang, aber das Tempo bleibt weit hinter dem Bedarf zurück. KAGEDEV fordert eine beschleunigte, transparente Umsetzung des PPRD-NOSO, verbindliche Schutzmechanismen für Schulen und eine echte Einbindung der betroffenen Familien in die Entscheidungen über den Wiederaufbau. Bildung darf in dieser Krise nicht zur Verhandlungsmasse werden.
Zentrale Forderungen
- Der Premierminister, der den PPRD-NOSO beaufsichtigt, soll bis Ende 2027 einen öffentlichen, jährlich aktualisierten Umsetzungsbericht mit Zahlen zu sanierten Schulen und mobilisierten Mitteln vorlegen, damit Fortschritt überprüfbar wird.
- MINEDUB und MINESEC sollen gemeinsam mit den Gouverneuren von Nordwest und Südwest bis Ende 2026 ein Schutzprotokoll für Schulen einführen, das Angriffe und Entführungen erfasst und öffentlich meldet, mit dem Ziel, die Zahl der Vorfälle messbar zu senken.
Schulabbruch von Mädchen in Nord, Extrême-Nord und Adamaoua: früh verheiratet, früh aus der Schule
In Nord, Extrême-Nord und Adamaoua verlassen viele Mädchen die Schule früh, oft im Zusammenhang mit Kinderehe oder früher Schwangerschaft. In Teilen der Region Nord haben laut UNICEF 35 Prozent der Kinder keinerlei Bildung erhalten. Landesweit sind 14 Prozent der 5-11-Jährigen nicht eingeschult, nur 41 Prozent der Fünfjährigen haben Zugang zur Vorschule. Ältere UNICEF-Daten aus 2016 zeigen, dass 13 Prozent der Mädchen vor 15 und 38 Prozent vor 18 verheiratet waren, eine Zahl, die dringend aktualisiert werden sollte. Es gibt Bildungsbudgets und einzelne Programme wie das von UNFPA in der Extrême-Nord, aber keine systematische, offizielle Konsultation der betroffenen Mädchen und Familien. KAGEDEV fordert konkrete, terminierte Schritte von MINEDUB, MINPROFF und MINJEC, damit Mädchen im Norden Kameruns ihre Schulzeit beenden können.
Zentrale Forderungen
- MINEDUB soll bis Ende 2027, in Abstimmung mit MINPROFF, eine eigene Budgetlinie innerhalb des bestehenden Bildungshaushalts für den Verbleib von Mädchen in der Schule in Nord, Extrême-Nord und Adamaoua ausweisen, mit dem Ziel, den Anteil der Mädchen ohne Bildung in diesen Regionen messbar zu senken.
- MINPROFF und MINJEC sollen bis Mitte 2027 gemeinsam mit traditionellen und religiösen Autoritäten einen regionalen Dialogmechanismus zu Kinderehe und Schulverbleib einrichten, der auf den bestehenden UNFPA-Erfahrungen aufbaut und in mindestens einer weiteren Region als der Extrême-Nord eingeführt wird.
