Diaspora und Ko-Entwicklung: Das MEG-Programm braucht kamerunische Zahlen
Deutschland hat Kamerun seit Mai 2023 rund 66 Millionen Euro an neuen Projektzusagen zugesagt, zusätzlich zu einer separaten Schuldenumwandlung von 6 Millionen Euro. Das Programm MEG unterstützt bereits 116 Diaspora-Expertenmissionen. Aber niemand kann sagen, wie viel Geld davon konkret nach Kamerun fließt oder ob die kamerunische Diaspora in Deutschland dabei gehört wird.
Auf einen Blick
- Deutschland hat Kamerun seit Mai 2023 rund 66 Millionen Euro an neuen Projektzusagen gemacht, zuzüglich einer separaten Schuldenumwandlung von 6 Millionen Euro.
- Das MEG-Programm unterstützt bereits 116 Diaspora-Expertenmissionen in Kamerun mit 3817 direkten Begünstigten.
- Es gibt keine öffentliche Angabe, welcher Anteil der Mittel dem MEG-Programm in Kamerun zugeordnet ist.
- Es gibt keinen dokumentierten Austausch zwischen BMZ, GIZ und der kamerunischen Diaspora in Deutschland.
- KAGEDEV fordert Transparenz zu Mitteln und Auswahlkriterien sowie einen strukturierten Dialog, keinen Abbruch des Programms.
Zahlen im Überblick
- 59 Mio. € Zusagen Mai 2023 (20 Mio. € FZ, 39 Mio. € TZ)
- +6,6 Mio. € Dezember 2023 (zusammen ~66 Mio. € neue Projektzusagen)
- +6 Mio. € separate Schuldenumwandlung (reproduktive Gesundheit, nicht in den 66 Mio. € enthalten)
- 116 unterstützte Diaspora-Expertenmissionen seit Juni 2023 (MEG-Programm)
- 3817 direkte Begünstigte aus 25 dokumentierten Missionen
Worum geht es?
Mai 2023: 59 Mio€ vereinbart (20 Mio€ FZ, 39 Mio€ TZ). Dezember 2023: +6,6 Mio€, +6 Mio€ Schuldenumwandlung (reproduktive Gesundheit). BMZ (DE), MINEPAT (CM). Seit Juni 2023 Programm MEG ("Migration gestaltet Entwicklung"): 116 unterstützte Diaspora-Expertenmissionen, 3.817 direkte Begünstigte aus 25 dokumentierten Missionen. Partner: Camfomedics, Club des Amis.
Wen betrifft es?
Kamerunerinnen und Kameruner in Deutschland mit Fachwissen; Gemeinschaften in Kamerun als Zielgruppe der Expertenmissionen; kamerunische Fachkräfte/Institutionen, die mit der Diaspora zusammenarbeiten.
Was zeigen die Daten?
BMZ-Zusagen: 59 Mio€ (Mai 2023, 20 Mio€ Finanzielle + 39 Mio€ Technische Zusammenarbeit) + 6,6 Mio€ (Dezember 2023) = rund 66 Mio€ neue Projektzusagen; zusätzlich 6 Mio€ separate Schuldenumwandlung (reproduktive Gesundheit), plus 9,4 Mio€ (2023, globale Programme) und 8,45+15,77 Mio€ (2022, regionale/globale Projekte). Für MEG selbst keine öffentliche Angabe, welcher Anteil dieser Mittel dem Kamerun-Programm zugeordnet ist: echte Lücke zwischen beiden Zahlenreihen.
Warum besteht Handlungsbedarf?
Ohne sichtbare Finanzierung kann niemand prüfen, ob MEG angemessen ausgestattet ist. Kein dokumentierter Konsultationsprozess mit KAGEDEV oder vergleichbaren Diaspora-Vereinen. Kein öffentlich bekannter Zugangsweg für Vereine/Fachkräfte.
Was muss sich ändern?
- BMZ/GIZ: jährlich veröffentlichen, welcher Anteil der Kamerun-Zusagen dem MEG-Programm zugeordnet ist, ab Berichtsjahr 2025.
- GIZ: öffentliche Übersicht MEG-Partnerorganisationen + Auswahlkriterien binnen 12 Monaten.
- BMZ/GIZ: kamerunische Diaspora-Vereine (inkl. KAGEDEV) zu strukturiertem Austausch einladen, erster Termin binnen 6 Monaten.
- GIZ: klarer, öffentlich beschriebener Zugangsweg für Diaspora-Organisationen binnen 12 Monaten.
- MINEPAT/GIZ: einfaches Berichtsformat (Missionen/Begünstigte/Sektoren) jährlich aktualisiert.
An wen richten sich unsere Forderungen?
BMZ, GIZ, MINEPAT, Camfomedics, Club des Amis.
Was kann kurzfristig geschehen?
Erste öffentliche Mittelaufschlüsselung; erstes Austauschtreffen GIZ-Diaspora; klar beschriebene Anlaufstelle.
Was ist langfristig nötig?
Fester, wiederkehrender Dialogmechanismus BMZ-GIZ-kamerunische Diaspora; kontinuierliche Auswertung der erreichten Sektoren/Regionen.
Wie messen wir Fortschritt?
- Jährlich veröffentlichte MEG-Mittelzuordnung
- Zahl dokumentierter Missionen/Jahr
- Zahl Begünstigter/Jahr
- eingebundene Diaspora-Organisationen
- Bewerbungsstruktur vorhanden
Unsere Haltung
Wir bewerten MEG nicht als gescheitert oder erfolgreich, dafür fehlen uns die kamerunischen Zahlen. Wir bitten um diese Zahlen, weil wir mitarbeiten wollen.
Dialog und Zusammenarbeit
Noch keine direkte Konsultation dokumentiert.
