Hilfe in Notlagen
2 Plaidoyers zu diesem Thema, mit konkreten, überprüfbaren Forderungen an die zuständigen Institutionen.
Nordwest und Südwest: humanitäre Hilfe für 1,1 Millionen Menschen sichern
In den Regionen Nordwest und Südwest Kameruns benötigen laut OCHA 1,1 Millionen Menschen im Jahr 2026 humanitäre Unterstützung. Der zugehörige Nothilfeplan war zum 31. März 2026 erst zu 20 Prozent finanziert, bei einem Gesamtbedarf von 268 Millionen US-Dollar landesweit. UNHCR zählte zum 30. Juni 2025 national 969.000 Binnenvertriebene und 699.500 Rückkehrer, wobei die beiden Regionen die Hauptbetroffenen sind. Ein Teil der Menschen aus Nordwest und Südwest hat in Nigeria Zuflucht gesucht. Parallel läuft seit 2020 ein staatliches Wiederaufbauprogramm, dessen tatsächlicher Umsetzungsstand nicht öffentlich nachvollziehbar ist. KAGEDEV, die kamerunische Gemeinschaft in Deutschland, fordert eine bessere Finanzierung der humanitären Hilfe, verlässliche regionale Daten und eine engere Verzahnung von Nothilfe und Wiederaufbau. Wir nehmen bewusst keine Position zur politischen Verantwortung für die Krise ein, unser Anliegen ist ausschließlich humanitär.
Zentrale Forderungen
- Bundesregierung/EU: Beiträge zum Nothilfeplan 2026 erhöhen, Lücke von 80% verkleinern.
- OCHA/UNHCR/kamerunische Behörden: regionalisierte NW/SO-Datenaufschlüsselung binnen 12 Monaten.
Ost, Adamaoua, Norden: Schutz und Perspektive für zentralafrikanische Flüchtlinge in Kamerun
Kamerun beherbergt nach UNHCR-Angaben zum 30. Juni 2026 insgesamt 412.521 Flüchtlinge, darunter rund 282.640 Menschen aus der Zentralafrikanischen Republik, die meisten davon in den Regionen Ost, Adamaoua und Norden, ein kleinerer Teil in Douala und Yaoundé. Gleichzeitig sind 2025 über 10.000 Menschen freiwillig in ihr Heimatland zurückgekehrt. Der Finanzbedarf der UNHCR-Operation in Kamerun für 2025 lag bei 134,4 Millionen US-Dollar und deckt mehrere Flüchtlingsgruppen ab. KAGEDEV, die kamerunische Gemeinschaft in Deutschland, fordert verlässliche Finanzierung für Gesundheit, Bildung und wirtschaftliche Einbindung in den Aufnahmeregionen sowie eine gut begleitete, freiwillige Rückkehr für diejenigen, die sich dafür entscheiden. Wir nehmen keine Position zu den Ursachen der Lage in der Zentralafrikanischen Republik ein, unser Anliegen ist rein humanitär und rechtlich begründet.
Zentrale Forderungen
- UNHCR/kamerunische Behörden: konsolidierter öffentlicher Bericht zu Rückkehrern 2025 binnen 12 Monaten.
- Deutschland/EU: Beiträge zur UNHCR-Operation erhöhen (Gesundheit/Bildung Ost/Adamaoua/Norden).
