Kultur
2 Plaidoyers zu diesem Thema, mit konkreten, überprüfbaren Forderungen an die zuständigen Institutionen.
Restitution kamerunischer Kulturgüter aus deutschen Museen
Rund 40.000 kamerunische Objekte lagern in deutschen Museen, die meisten unsichtbar im Depot. Das zeigt die Studie "Atlas der Abwesenheit" von 2023, die 45 deutsche Museen untersuchte, ohne Naturgeschichte, Archäologie oder Privatsammlungen einzubeziehen. Elf Museen, darunter Berlin, Leipzig, Stuttgart und Hamburg, stehen im aktiven Dialog mit kamerunischen Institutionen. Ein Treffen in Stuttgart wurde im Januar 2024 abgeschlossen. Doch der bekannteste Fall zeigt die Grenzen dieses Dialogs: Die Rückgabe der Ngonnso'-Statue wurde 2022 zugesagt, die Eigentumsübertragung war Anfang 2026 immer noch nicht vollzogen. Ein neuer bundesweiter Koordinierungsrat für koloniale Restitutionen wurde im März 2026 gegründet. KAGEDEV fordert, dass dieser Rat verbindliche Fristen setzt, kamerunische Institutionen mit fester Stimme beteiligt und die Diaspora in die Konsultationen einbezieht. Eine Zusage ohne Umsetzung ist keine Restitution.
Zentrale Forderungen
- SPK: Ngonnso'-Übertragung binnen 12 Monaten formal abschließen (Übertragungsvertrag unter Koordinierungsrat).
- Koordinierungsrat + 11 Museen: gemeinsamer terminierter Fahrplan binnen 6 Monaten nach Gründung.
Zugang kamerunischer Künstlerinnen und Forscherinnen zu Kulturvisa nach Deutschland
Im Januar 2022 lud eine Münchner Kulturinstitution ein Team kamerunischer Forschender ein, Flüge und Hotels waren gebucht. Die deutsche Botschaft in Jaunde lehnte die Visa dennoch ab, mit der Begründung mangelnder Rückkehrbereitschaft. Eine ältere Bundestagsauswertung nennt für Kamerun 2016 eine Ablehnungsquote von fast 37 Prozent, gegenüber einem weltweiten Durchschnitt von unter 7 Prozent. Wartezeiten von über sechs Monaten für einen Termin in Jaunde wurden ebenfalls gemeldet. Ein eigenes europäisches Kulturvisum gibt es nicht, jeder Antrag wird einzeln geprüft. Der Bundestag hat das Thema bereits durch eine Anfrage aufgegriffen, eine strukturelle Reform steht aber noch aus. KAGEDEV fordert eine Überprüfung der Ablehnungspraxis, kürzere Wartezeiten und ein beschleunigtes Verfahren für dokumentierte kulturelle Einladungen.
Zentrale Forderungen
- AA/Botschaft Jaunde: Ablehnungspraxis "mangelnde Rückkehrbereitschaft" bei dokumentierten Kultureinladungen überprüfen binnen 12 Monaten.
- AA: zusätzliche Terminkapazitäten Jaunde binnen 18 Monaten, Ziel <3 Monate Wartezeit.
