KAGEDEV — Kamerunische Gemeinschaft in Deutschland e.V.
Plaidoyer

Teilhabe

2 Plaidoyers zu diesem Thema, mit konkreten, überprüfbaren Forderungen an die zuständigen Institutionen.

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Geburtenregistrierung: Der Weg zur Urkunde muss für alle gleich kurz sein

In Kamerun werden fast alle in Gesundheitseinrichtungen gemeldeten Geburten in Urkunden umgewandelt, 95,6 Prozent im Jahr 2018. Doch dieser hohe Wert verdeckt eine tiefe Kluft: In Städten liegt der Zugang zur Geburtsurkunde bei 80 Prozent, auf dem Land bei nur 47 Prozent. Regionen wie Osten, Süden und Adamaoua liegen mit 50 bis 60 Prozent weit hinter Nordwesten und Littoral mit 79 bis 83 Prozent zurück. Nach Schätzungen von UNICEF und PAREC besaßen über 1,6 Millionen eingeschulte Kinder 2022-2023 keine Geburtsurkunde, wobei diese Zahl methodisch nicht unabhängig geprüft ist. Ohne Urkunde bleiben Schulbesuch, Ausweis und Rechtsschutz eines Kindes ungesichert. Das Gesetz 2024/016 vom Dezember 2024 sieht Digitalisierung und Vereinfachung vor. KAGEDEV fordert, dass diese Reform konsequent bis in die am wenigsten versorgten Regionen und zu den am schwersten erreichbaren Familien getragen wird.

Zentrale Forderungen

  • BUNEC: mobile Erfassungseinheiten in Osten, Süden, Adamaoua binnen 18 Monaten, jährliche Berichtspflicht an MINATD.
  • MINSANTE: Erweiterung DHIS2 um außerklinische Geburten binnen 24 Monaten (mit BUNEC/INS).
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Inklusion von Menschen mit Behinderungen: Ein Gesetz allein füllt keine Lücke

In Kamerun leben nach Schätzungen des African Disability Rights Yearbook 5,4 Prozent der Bevölkerung, mehr als eine Million Menschen, mit einer Behinderung. Diese Zahl ist eine Größenordnung, kein exakter Wert, und selbst die Regierung räumt laut VOA Afrique Aktualisierungsbedarf ein. Das Schutzgesetz 2010/002 wartete acht Jahre auf sein Durchführungsdekret, das erst 2018 erschien. Kamerun ist Vertragsstaat der UN-Behindertenrechtskonvention. Für die Jahre 2020 bis 2026 fehlen aktuelle Daten zu Beschäftigung, Bildung und angepasster Infrastruktur für Menschen mit Behinderungen vollständig. Seit Oktober 2024 arbeitet ein UN-Projekt mit UNESCO, OHCHR und UNFPA an der Seite von MINAS. ANOPHAC, ein Netzwerk von 78 Mitgliedsverbänden und sieben verbündeten Verbänden, vertritt die Betroffenen selbst. KAGEDEV fordert, diese Datenlücke zu schließen und ANOPHAC als ständigen Gesprächspartner in die Umsetzung einzubinden.

Zentrale Forderungen

  • MINAS/INS: aktuelle Erhebung zu Beschäftigung/Bildung/Infrastruktur binnen 18 Monaten, mit ANOPHAC-Beteiligung.
  • MINAS: ANOPHAC als ständiger Gesprächspartner, erstes Treffen binnen 12 Monaten.