KAGEDEV — Kamerunische Gemeinschaft in Deutschland e.V.
Plaidoyer

Gesundheit

2 Plaidoyers zu diesem Thema, mit konkreten, überprüfbaren Forderungen an die zuständigen Institutionen.

GesundheitVeröffentlicht

Müttersterblichkeit in Kamerun: Was die Zahlen uns sagen

In Kamerun sterben je nach Quelle zwischen 400 und 470 Frauen pro 100.000 Lebendgeburten an den Folgen von Schwangerschaft und Geburt. Das nationale Ziel für 2030 liegt bei 70. Verschiedene Erhebungen, EDS 2018, MICS5 und Countdown2030, liefern unterschiedliche Zahlen, was zeigt, wie wenig gesicherte Daten in diesem Bereich vorliegen. Im März 2025 startete die kamerunische Regierung gemeinsam mit Africa CDC eine neue nationale Strategie für die Gesundheit von Müttern, Neugeborenen und Kindern. Das Gesundheitsbudget 2025 liegt bei 297,2 Milliarden FCFA, eine eigene Linie für diese Strategie fehlt jedoch. KAGEDEV, die kamerunische Gemeinschaft in Deutschland, legt diese Daten offen und fordert eine geklärte Datenlage, eine sichtbare Finanzierung und einen öffentlichen Fortschrittsbericht. Es geht nicht um Vorwürfe, sondern darum, dass ein bestehendes Versprechen an Frauen und Familien in Kamerun eingehalten wird.

Zentrale Forderungen

  • Erstens: Das Gesundheitsministerium, über die Direction de la Santé Familiale, sollte bis Ende 2026 eine einzige, methodisch begründete nationale Referenzzahl zur Müttersterblichkeit veröffentlichen, gemeinsam mit UNFPA und der WHO-Region Afrika, und diese Zahl danach jährlich aktualisieren.
  • Zweitens: Für die RMNCAH-Nut-Strategie 2025-2030 sollte im Haushaltsgesetz 2027 eine eigene, gesondert ausgewiesene Budgetlinie eingerichtet werden, mit einem öffentlich einsehbaren Ausführungsbericht, der zeigt, wie viel Geld tatsächlich abgeflossen ist.
GesundheitVeröffentlicht

Malaria bei Kindern unter fünf Jahren in Kamerun: Eine Finanzierungslücke, die Leben kostet

Malaria bleibt in Kamerun eine erhebliche Gesundheitsgefahr für Kinder unter fünf Jahren. 2023 wurden über 1.700 Todesfälle und rund drei Millionen erfasste Fälle gezählt, mit regionaler Parasitenprävalenz von bis zu 49,1 Prozent im Centre. Der sechste nationale Strategieplan gegen Malaria (PSNLP) 2024-2028 will die Sterblichkeit um 75 Prozent senken, doch von 336,95 Milliarden FCFA Finanzierungsbedarf fehlten im April 2024 noch 186 Milliarden FCFA. Hinzu kommt ein erwarteter Rückgang der Mittel des Globalen Fonds ab 2027 und der Rückzug von USAID. KAGEDEV, die kamerunische Gemeinschaft in Deutschland, legt diese Zahlen offen und fordert eine transparente Finanzierungsplanung, einen wachsenden nationalen Eigenanteil und gezielte Maßnahmen in den am stärksten betroffenen Regionen. Ein gutes Ziel braucht eine passende Finanzierung, sonst bleibt es ein Versprechen.

Zentrale Forderungen

  • Erstens: Das Gesundheitsministerium und der PNLP sollten bis Ende 2026 einen öffentlichen, aktualisierten Finanzierungsstatus des PSNLP 2024-2028 vorlegen, mit einer klaren Angabe, wie die verbleibende Lücke von 186 Milliarden FCFA geschlossen werden soll.
  • Zweitens: Der kamerunische Staat sollte im Haushaltsgesetz 2027 einen höheren nationalen Eigenanteil an der Malariabekämpfung festlegen, um die Abhängigkeit von schwankenden externen Beiträgen wie dem Globalen Fonds zu verringern, mit einem konkreten Prozentsatz als Zielwert.