KAGEDEV — Kamerunische Gemeinschaft in Deutschland e.V.
Plaidoyer

Infrastruktur

3 Plaidoyers zu diesem Thema, mit konkreten, überprüfbaren Forderungen an die zuständigen Institutionen.

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Wasser ist Leben: Für einen gesicherten Zugang zu sauberem Trinkwasser im ländlichen Kamerun

Trotz erheblicher Wasserressourcen hat ein großer Teil der ländlichen Bevölkerung Kameruns keinen verlässlichen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Während der Zugang zu grundlegenden Wasserdiensten landesweit bei rund 71 % liegt, bleibt die Lücke zwischen städtischen und ländlichen Gebieten groß — die nationalen Ziele für 2030 (77 % Zugang im ländlichen Raum) sind noch weit entfernt. Die kamerunische Diaspora in Deutschland trägt bereits heute aktiv zur Lösung bei: Viele finanzieren über private Rücküberweisungen Brunnen und Wasserprojekte in ihren Herkunftsdörfern. Die Weltbank hat 2025 ein Wassersicherheitsprogramm mit 950 Millionen US-Dollar über elf Jahre gestartet. KAGEDEV e.V. fordert mehr Transparenz bei der Mittelverwendung, eine stärkere Priorisierung des ländlichen Raums und eine bessere Koordination zwischen privatem Diaspora-Engagement und öffentlichen Programmen — für einen gesicherten Zugang zu sauberem Wasser für alle Kamerunerinnen und Kameruner.

Zentrale Forderungen

  • Transparenz über die Verwendung der Mittel aus dem 950-Millionen-Dollar-Wassersicherheitsprogramm der Weltbank, mit öffentlich zugänglicher Berichterstattung über Fortschritte im ländlichen Raum
  • Priorisierung des ländlichen Raums in der nationalen Wasserstrategie, um die Zielvorgabe von 77 % Zugang bis 2030 realistisch zu erreichen
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Licht ohne Unterbrechung: Für eine verlässliche Stromversorgung in Kamerun und mehr Transparenz bei der deutschen Beteiligung an Nachtigal

Trotz der schrittweisen Inbetriebnahme des Nachtigal-Staudamms — mit 420 MW das größte Wasserkraftwerk Kameruns, mitfinanziert durch die deutsche Entwicklungsbank KfW — leiden weite Teile der Bevölkerung weiterhin unter täglichen Stromausfällen von sechs bis acht Stunden, besonders in den Regionen Littoral und West. Der Verteilnetzbetreiber ENEO kämpft zudem mit einer Verschuldung von rund 800 Milliarden FCFA, was im November 2025 zur teilweisen Renationalisierung des Unternehmens führte. KAGEDEV e.V. sieht in der bestätigten KfW-Beteiligung an Nachtigal eine besondere Verantwortung Deutschlands, die tatsächliche Wirkung dieser Investition auf den Alltag der Menschen transparent zu machen. Wir fordern öffentliche Wirkungsberichte, begleitende Investitionen in das Verteilnetz und eine finanzielle Sanierung von ENEO, damit die zusätzliche Stromproduktion auch tatsächlich bei den Haushalten ankommt.

Zentrale Forderungen

  • Öffentliche Wirkungsberichte der KfW und ihrer Partner über die konkreten Auswirkungen von Nachtigal auf die Versorgungssicherheit der Endverbraucher, nicht nur auf die installierte Kapazität
  • Begleitende Investitionen in das Verteilnetz, damit die zusätzliche Nachtigal-Kapazität tatsächlich bei den Haushalten ankommt
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Wege zur Entwicklung: Für ein verlässliches und gut instand gehaltenes Straßennetz in Kamerun

Von den insgesamt 121.873 km Straßennetz in Kamerun sind Ende 2024 lediglich 10.576 km asphaltiert — weniger als 9 % des Gesamtnetzes. Diese korrekte Zahl steht im Gegensatz zu einer weit verbreiteten, durch einen Faktencheck widerlegten Fehlinformation von angeblich über 15.000 km asphaltierten Straßen. Der nationale Straßenfonds erhält jährlich nur 50 bis 80 % des für die Instandhaltung notwendigen Budgets, was zu Zahlungsrückständen gegenüber ausführenden Unternehmen und einem schleichenden Verfall bestehender Straßen führt. Jährlich sterben rund 1.000 Menschen bei etwa 2.000 Verkehrsunfällen. Für die kamerunische Diaspora, die häufig in Immobilien oder Landwirtschaft in ihren Herkunftsregionen investieren möchte, ist die unzureichende Straßenanbindung ein konkretes praktisches Hindernis. KAGEDEV e.V. fordert eine Priorisierung der Instandhaltung, eine vollständige Finanzierung des Straßenfonds und eine gezielte Erschließung landwirtschaftlicher Produktionsgebiete.

Zentrale Forderungen

  • Priorisierung der Instandhaltung bestehender Straßen gegenüber rein symbolischen Neubauprojekten, um den bestehenden Bestand zu erhalten
  • Vollständige und pünktliche Finanzierung des nationalen Straßenfonds, um Zahlungsrückstände gegenüber kleinen und mittleren Bauunternehmen zu beenden